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Geschlechtergerechte Sprache

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Vater und Sohn fahren zum Fußballspiel. Mitten auf einem Bahnübergang geht der Motor aus. Aus der Ferne hören beide das Tuten des heranrasenden Zugs Verzweifelt versucht der Vater, den Motor wieder in Gang zu bringen. Das Auto wird vom Zug erfasst und mitgeschleift. Ein Krankenwagen eilt zum Unfallort und die beiden Verletzten werden geborgen. Auf der Fahrt ins Krankenhaus stirbt der Vater. Der Sohn lebt bei der Einlieferung noch, aber sein Zustand ist kritisch. Nur eine sofortige Operation kann ihn retten. Er wird in die chirurgische Ambulanz gebracht. Der Dienst habende Chirurg betritt den Raum, stammelt beim Anblick des Jungen erbleichend: „Ich kann nicht operieren - das ist mein Sohn!"

 

Sicherlich werden einige von Ihnen jetzt den Kopf schütteln und sich wundern. Andere werden die Lösung schon erkannt haben: es ist die Mutter. Eigentlich ganz einfach, oder?
Zugegeben, es wurde ausdrücklich von „dem Chirurgen“ gesprochen, aber wie oft sprechen wir genau in dieser Weise von „dem Studenten“ und meinen Frauen? Wie oft tun Frauen es selbst? „Ich bin Student im 5. Semester“ – habe ich schon oft von Frauen gehört. Wahrscheinlich haben Sie bei der erzählten Geschichte ebenso wenig an eine Frau gedacht. Genau das ist das Problem.

(aus "Über die Notwendigkeit des (geschlechter)gerechten Ausdrucks, Annabell Preussler, maDonna 2004, S. 13)

 

Weitere Informationen zur geschlechtersensiblen Sprache:

Artikel "Über die Notwendigkeit des (geschlechter)gerechten Ausdrucks (Annabell Preussler, maDonna 2004)

Grundregeln für (geschlechts)gerechte Formulierungen (Annabell Preussler, maDonna 2004)